Zuckerarten und Süßstoffe

Fruktose

Fruktose oder Fruchtzucker ist ein Baustein des Rohr– und Rübenzuckers und in vielen Nahrungsmitteln wie Obst, Gemüse oder Säften enthalten. Fruktose enthält mit 4,1 Kilokalorien pro Gramm etwa genauso viele Kalorien wie Haushaltszucker, ist aber 20 Prozent süßer. Die Süßkraft nimmt jedoch mit zunehmender Temperatur ab. Mit der Nahrung werden täglich etwa 40 bis 50 Gramm Fruchtzucker aufgenommen. Da Fruchtzucker im Körper auf einem anderen Weg verstoffwechselt wird als Zucker und er deshalb einen geringeren Einfluss auf den Blutzuckerspiegel hat, nutzen Diabetiker ihn gerne zum Süßen.

Bei der Fruktoseintoleranz kann der Körper die Fruktose nicht in ausreichendem Maße aus der Nahrung aufnehmen. Es verbleiben dann mehr oder weniger große Restbestände im Speisebrei, was zu einem Gärvorgang im Darm und zu Blähungen und Durchfall führt. Wenn Fruktose in großen Mengen verzehrt wird kann das einen negativen Effekt auf den Triglyzeridwert im Blut haben. Daher sollte Fruktose von Personen mit Fettstoffwechselstörungen nicht als Süßungsmittel in großen Mengen eingesetzt werden.

Saccharin

Saccharin ist chemisch gesehen ein Benzoesäuresulfimid und der älteste Süßstoff auf dem Markt. Als Lebensmittelzusatzstoff ist Saccharin mit der europäischen Zulassungsnummer E 954 zugelassen. Die tägliche Aufnahmemenge, die als unbedenklich gilt, beläuft sich auf 5 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Saccharin ist ungefähr 500-mal süßer als Haushaltszucker, kann aber in hohen Konzentrationen leicht bitter schmecken. Es wird heute hauptsächlich als Natrium-Saccharin eingesetzt, das immer noch 450–mal süßer als Zucker ist. Saccharin ist hitze– und gefrierbeständig und bewahrt auch in wässriger oder säurehaltiger Lösung seine Süße.


Sorbit

Sorbit ist chemisch gesehen ein Monosaccharidalkohol und der älteste Zuckeraustauschstoff auf dem Markt. Er wurde 1868 von dem französischen Chemiker Boussingault entdeckt und wird seit 1929 als Zuckerersatz verwendet. Als Lebensmittelzusatzstoff ist Sorbit mit der europäischen Zulassungsnummer E 420 zugelassen. Die Toleranzgrenze, die als unbedenklich gilt, beläuft sich auf 10-20 Gramm pro Einzeldosis. Bei übermäßigem Verzehr kann Sorbit wie alle Zuckeraustauschstoffe zu Blähungen oder Durchfall führen.

Sorbit ist natürlicherweise in vielen Früchten wie Pflaumen oder Birnen enthalten. Industriell wird er enzymatisch aus Glukose gewonnen. Seine Süßkraft ist nur halb so hoch wie die des Haushaltszuckers. Er ist leicht wasserlöslich und hat einen angenehmen, süßen Geschmack. Sorbit ist koch– und backfest. 1 Gramm Sorbit liefert 2,4 Kilokalorien. Da Sorbit im Stoffwechsel wie Fruktose abgebaut wird, ist er für Menschen mit einer Fruktoseintoleranz nicht geeignet.

Stevia

Steviosid ist ein natürlicher Süßstoff, der aus der Pflanze „Stevia rebaudiana“ gewonnen werden kann. Diese Pflanze stammt aus Südamerika und wird dort traditionell als Tee verwendet. Getrocknete und pulverisierte Stevia-Blätter sind 10- bis 15-mal süßer als Haushaltszucker und haben einen lakritzähnlichen Beigeschmack. Aus den ganzen Blättern lässt sich ein Aufguss – ähnlich wie Tee – zubereiten. Diese Lösung kann entweder direkt zum Süßen verwendet, oder noch weiter verarbeitet werden. Nach dem Eindampfen bleibt ein weißes Pulver zurück, das circa 300-mal süßer ist als Haushaltszucker.

In einigen südamerikanischen und asiatischen Ländern wird Steviosid schon länger von der Lebensmittelindustrie als Süßstoff genutzt. In der Schweiz gibt es seit 2008 einige Getränke auf dem Markt, die mit Stevia-Extrakt gesüßt sind. Die EU–Kommission lehnte Anträge auf generelle Zulassung von Stevia bisher ab. Bei Stevia Produkten werden Auswirkung auf die männliche Fruchtbarkeit, eine schädigende Wirkung auf das Erbgut aber auch krebserregende Einflüsse befürchtet. Auch das Ausmaß von Steviosid auf Blutdruck und Blutzucker ist noch nicht genügend erforscht.

Xylit

Xylit ist ein Monosaccharidalkohol, der aus Xylose (Holzzucker) gewonnen wird. Er kommt unter anderem auch in Früchten, Beeren, Gemüse und Pilzen vor und wurde 1891 vom Chemie-Nobelpreisträger Emil Fischer entdeckt. Als Lebensmittelzusatzstoff ist Xylit mit der europäischen Zulassungsnummer E 967 zugelassen. Die Toleranzgrenze, die als unbedenklich gilt, beläuft sich auf 10 bis 20 Gramm pro Einzeldosis. Seine Süßkraft ist genauso hoch wie die von Zucker. Er ruft sensorisch einen kühlenden Effekt hervor, was beispielsweise die Wirkung von Menthol unterstützt. 1 Gramm Xylit liefert 2,4 Kilokalorien. Xylit ist leicht wasserlöslich sowie koch– und backfest. Bei übermäßigem Verzehr kann Xylit – wie alle Zuckeraustauschstoffe – zu Blähungen oder Durchfall führen.

Zucker

Das Wort Zucker ist vom altindischen „sakkara“ abgeleitet. Saccharose lautet die chemische Bezeichnung. Der übliche Haushaltszucker ist ein Disaccharid (Zweifachzucker) und besteht aus einem Glukose- und einem Fruktosemolekül. Zucker wird aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr gewonnen. Wie Stärke ist Zucker ein Kohlenhydrat, das zusammen mit Eiweiß und Fett die Hauptbestandteile unserer Ernährung bildet. Als einfaches Kohlenhydrat wird Zucker schnell resorbiert und in geistige und körperliche Leistung umgesetzt. Zucker ist Genussmittel und Nährstoff zugleich, der jedoch keine Vitamine, Mineralien oder Ballaststoffe enthält. Daher gilt es, wie bei allen Nährstoffen, ein Übermaß zu vermeiden. Ein normaler Zuckerverbrauch führt zu keinen gesundheitlichen Risiken, wenn die Ernährung insgesamt ausgewogen und vielseitig ist. Heute stammt ein Viertel der Weltzuckerproduktion von etwa 144 Millionen Tonnen aus der Zuckerrübe. In Deutschland werden jährlich etwa 34 Kilogramm Zucker pro Person verbraucht. Zucker erhöht die Triglyzeride hat aber keinen direkten Einfluss auf den Cholesterinspiegel.